Darmstädter Musikgespräche

Die Darmstädter Musikgespräche wurden 2010 ins Leben gerufen. Sie wollen Diskurse über Musik initiieren, fortführen und in die Öffentlichkeit tragen. Seit 2012 haben die Musikgespräche die Form “musikalischer Quartette” angenommen, bei denen die drei Leiter der städtischen Darmstädter Musikinstitute - IMD, Jazzinstitut und Akademie für Tonkunst - mit jeweils einem Gast zusammentreffen. Das Gespräch miteinander steht dabei im Vordergrund, der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen in einem spontanen Quadrolog, der unabgesprochen auch das Publikum mit einbezieht.

 

Thomas Schäfer, Cord Meijering, Wolfram Knauer (v.l.) (Foto: Sybille Maxheimer)

Für 2018 sind wieder mehrere Musikgespräche geplant, eine eigene Website informiert über anstehende Termine und die bereits diskutierten Themen.

Musikgespräch am 24. Januar 2018: Geflüchtete Musik

27. Darmstädter Musikgespräch
Gast: Johanna-Leonore Dahlhoff („Bridges – Musik verbindet“)

Termin: Mittwoch, 24. Januar 2018, 20:00 Uhr
Ort: Haus der Deutsch-Balten, Herdweg 79, 64285 Darmstadt

Eintritt frei

 

Für viele Menschen ist Musik einer der persönlichsten Rückzugsorte, die gerade in Stresssituationen ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit zu erzeugen vermögen. Kein Wunder also, dass musikalische Projekte in der Flüchtlingsarbeit als wichtige Instrumente angesehen werden. Idealerweise lernt man beim Zusammen-Musizieren immer voneinander; normalerweise kommt es dabei aber auch regelmäßig zu Missverständnissen.

 

Von all dem soll unser 27. Darmstädter Musikgespräch handeln, zu dem wir mit Johanna-Leonore Dahlhoff die Projektleiterin von „Bridges – Musik verbindet“ eingeladen haben, einer interkulturellen Initiative in Frankfurt, die geflüchtete und beheimatete Profimusiker/innen zusammenbringt. Uns geht es darum, zu erfahren, wie solche Projekte neue Perspektiven schaffen, vielleicht auch eigene Haltungen in Frage stellen können, welche unterschiedlichen musikalischen Welten dabei tatsächlich aufeinandertreffen, welche Probleme und welche Chancen solche Projekte mit sich bringen. Uns geht es genauso darum, mit Betroffenen – also geflüchteten Menschen genauso wie Deutschen, die an ähnlichen Projekten mitarbeiten – ins Gespräch zu kommen und uns über die unterschiedlichen Erwartungen von beiden Seiten auszutauschen.

 

Das 27. Darmstädter Musikgespräch findet im großen Saal des Hauses der Deutsch-Balten statt, in dem die Erfahrung von Flucht aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln präsent ist: zum einen in der Tradition der deutsch-baltischen Brückenarbeit, zum anderen aber auch in der Tatsache, dass sich in diesem Haus seit Jahren die Stipendiatenwohnung des Elsbeth-Wolffheim-Literaturstipendiums für politisch verfolgte Autor/innen befindet.