Das IMD in der Metropolregion Rhein Main

„Nach 1945 wurde der Großraum Frankfurt… zu einer Art Nabel der Avantgarde.“

Gerhard R. Koch

Kreativität beflügeln, neue Ideen weiter tragen: Seiner Maxime folgend realisiert und initiiert das IMD neben den Internationalen Ferienkursen eine Reihe unterschiedlicher Veranstaltungsformate in der Metropolregion: Gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern und mit maßgeblicher Unterstützung durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, bildet es eine Plattform für die vielfältige und hochkarätige zeitgenössische Musiklandschaft im Rhein-Main-Gebiet.

Das IMD mit seinen vielfältigen Aufgabenbereichen wie den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik, dem Archiv, der Bibliothek und seiner zentralen Bedeutung im Neue-Musik-Netzwerk nutzt diese Kräfte, um für die Region spezifische Projekte zu entwickeln – gemeinsam mit lokalen Veranstaltern, Ensembles und Orchestern, mit Komponisten, Hochschulen, Initiativen und dem Hessischen Rundfunk als Medienpartner. Sie alle verbindet seit langem eine enge Zusammenarbeit mit dem IMD. Sie alle setzen mit Uraufführungen und spektakulären Projekten weit über die Grenzen der Rhein-Main-Region hinaus Impulse für die zeitgenössische Musik. Veranstaltungskooperationen machen dies in gebündelter Form deutlich und erlebbar: Künstlerische Beispiele eines vitalen Prozesses der ständigen, innovativen Selbstveränderung in der Metropolregion.

Die Plattform eröffnete im September 2009 mit ROTOR - Festival der Gegenwartsmusik in Frankfurt am Main. Fortgesetzt und weiterentwickelt wurde diese Idee 2011 mit der Biennale für Moderne Musik cresc..., die fortan die Kräfte der Neue Musik-Institutionen der Rhein-Main-Region zusammenführt.

 

2012 wurden anlässlich des 100. Geburtstages von John Cage gleich zwei Großprojekte umgesetzt: In Zusammenarbeit mit dem Institut Mathildenhöhe Darmstadt entstand die Ausstellung "A House Full Of Music", für das Projekt "Cage 100 - Künstlerische Interventionen am Hauptbahnhof Darmstadt" kooperierte das IMD mit dem Darmstädter Architektursommer, der Hochschule Darmstadt und der Centralstation Darmstadt. Im Jahr 2014 gibt es mit dem OSTHANG PROJECT auf der Darmstädter Mathildenhöhe eine erneute enge Kooperation zwischen dem IMD und dem Architektursommer.

 

Ausstellung über Luigi Nono bei den Darmstädter Ferienkursen

„in Darmstadt geboren!“

Luigi Nono bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik

 

Die Stadt Darmstadt und ihre Internationalen Ferienkurse für Neue Musik waren für Luigi Nonos (1924 – 1990) künstlerische Entwicklung und Karriere von wegweisender Bedeutung. Von 1950 bis 1960 besuchte Nono die Ferienkurse jedes Jahr. Hier lernte er die Musik der Wiener Schule kennen, hier schärfte er im Austausch mit Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Bruno Maderna, Theodor W. Adorno und vielen anderen seine musikalischen Anschauungen, hier unterrichtete er selbst zum ersten Mal Komposition und stellte sich mit Vorträgen und Uraufführungen seiner Werke einem internationalen Publikum. Er sei „in Darmstadt geboren!“, schrieb er selbst einmal dazu.

 

Anlässlich der Aufführungen von Luigi Nonos Prometeo durch das Staatstheater Darmstadt (9., 10., 17. und 19. Juli 2015 in der Böllenfalltorhalle) lädt eine Ausstellung im Foyer des Staatstheaters ab dem 19. Juni 2015 dazu ein, sich dem venezianischen Komponisten anhand vielfältiger Zeitdokumente aus dem Archiv des Internationalen Musikinstituts Darmstadt zu nähern: Telegramme, Briefwechsel, Fotos und Tonaufnahmen lassen die weitreichende Ausstrahlung von Nonos Darmstadt-Erfahrungen auf sein späteres Schaffen deutlich werden.

 

Ort: Foyer des Staatstheaters Darmstadt (Großes Haus)

Eröffnung: 19. Juni 2015 um 18:00 Uhr
Die Ausstellung ist an Vorstellungstagen ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet.

 


Eine Ausstellung des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Darmstadt

Realisiert mit freundlicher Unterstützung der Freunde und Förderer des Internationalen Musikinstituts Darmstadt e. V. und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain

 

Ausstellungskonzept:

Sylvia Freydank & Nina Jozefowicz (Auswahl, Texte)

Jule Bierlein & Céline Scherer (Design)

 

Wir danken:

Fondazione Archivio Luigi Nono ONLUS, Jazzinstitut Darmstadt, Institut Mathildenhöhe, Institut für zeitgenössische Musik (IzM) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Stadtarchiv Darmstadt

OSTHANG PROJECT

Mit künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum initiiert der Darmstädter Architektursommer seit 2008 vielfältige Diskurse zur Stadtentwicklung Darmstadts, der Region Rhein-Main und darüber hinaus. Der diesjährige Architektursommer begibt sich an einen prominenten Ort, die Darmstädter Mathildenhöhe, genau 100 Jahre nach der letzten Künstlerkolonie-Ausstellung. Das OSTHANG PROJECT aktiviert vom 7. Juli bis 15. August 2014 das brachliegende Grundstück auf dem Osthang der Mathildenhöhe als kulturellen Projektraum und holt den Ort in das Bewusstsein der Stadt zurück.

 

Über fünf Wochen entsteht ein temporärer Festivalcampus mit Diskussionsforen, Konzerten, Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen, Denkwerkstätten oder Aktionen von Residenz-Künstlern. Dafür errichten internationale Architektenteams im Rahmen einer Summer School gemeinsam mit Studierenden lokaler und externer Hochschulen und der interessierten Nachbarschaft einen Park sowie temporäre Gebäude als Veranstaltungsort, Treffpunkt, Café, Denkwerkstatt und Übernachtungsmöglichkeit für Gäste und Besucher. Ähnlich wie die historische Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist das OSTHANG PROJECT ein Experiment zwischen Kunst, Architektur, Landschaftsgestaltung und Lebenspraxis.

 

Inhaltlich widmet sich das OSTHANG PROJECT aktuellen Fragestellungen von Architektur, Kunst, Design und gesellschaftspolitischem Diskurs. Für Themenkomplexe wie „Künstlerkolonie und Künstlerkollektive heute", „Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft als Motor urbaner Entwicklungen", „Experimentelles Bauen heute und früher" oder „Ausstellen als gesellschaftlich-politische Praxis" und „Zusammenleben: Entwicklung alternativer sozialer Handlungsräume" werden Kooperationen mit lokalen und regionalen Partnerinstitutionen angestrebt.

 

Einer der Hauptpartner des Architektursommers in diesem Jahr wird das IMD und die 47. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik sein.

7. Juli bis 15. August 2014
Osthang der Mathildenhöhe Darmstadt

 

Veranstalter: Darmstädter Architektursommer e. V.

 

Website OSTHANG PROJECT

A House Full Of Music

Strategien in Musik und Kunst
Mathildenhöhe Darmstadt – 13. Mai bis 9. September 2012

 

Am 5. September 2012 wäre einer der wichtigsten Komponisten und Musikdenker der 20. Jahrhunderts 100 Jahre alt geworden: John Cage. Wie kaum jemand vor ihm hat Cage die Frage nach den Grenzen der Musik und ihren Verbindungen zu anderen Kunstfeldern und der Alltagswelt immer wieder neu gestellt. Gemeinsam mit Satie, Duchamp und Beuys gehört er zu den großen Strategen der Musik und Kunst im 20. Jahrhundert. Ausgehend von diesen Jahrhundertgestalten machte die Ausstellung "A House Full Of Music" auf der Mathildenhöhe Darmstadt mit ebenso faszinierenden wie erhellenden Klangräumen, Projektionen, Objekten, Gemälden und Installationen die parallelen Strategien von Musik und Kunst in Geschichte und Gegenwart erfahrbar.

 

Eine Ausstellung des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt

Ausstellung "A House Full of Music" auf Youtube

Cage 100

(Klang)Kunst, Installationen, Live-Musik und akustische Informationen vor und während der 46. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik 2012 im Hauptbahnhof Darmstadt

 

Der Darmstädter Hauptbahnhof wurde im gesamten Juli 2012 anlässlich seines 100jährigen Bestehens mit künstlerisch-akustischen Aktionen und Arbeiten rund um John Cage, der am 5. September 2012 ebenfalls 100 Jahre alt geworden wäre, zum „John-Cage-Bahnhof“ erklärt.

 

Der Bahnhof – als öffentlicher, lebendiger Kulturraum aktiviert – sollte in einen anderen Kontext übergehen und seine Aufgabe als Stadteingang neu definieren. Er ist Schnittstelle zum Bewohner, in die Region und in das Land. Er ist Knotenpunkt verschiedener Routen, Kommunikationspunkt verschiedener Sprachen und Aufenthaltsort divergenter Personengruppen.

 

John Cage mit seinem offenen und multiperspektivischen Musikdenken stand bei diesem Projekt Pate, auch wenn sich nicht jede Arbeit auf sein Denken bezog, so war dieses doch zentrale ästhetische Drehscheibe. Ein übergeordnetes Informations- und Leitsystem, ein Lesehaus (StageCage) als signifikantes Zeichen, Kunst-Installationen und Videoarbeiten interventionistischen Charakters boten Möglichkeiten einer neuen Erkundung des „Transitraums“ Cage-Bahnhof – die Dynamik des Bahnhofs als eigene Zeitzone einer polyzentrischen Region, die Ästhetik der Industriearchitektur, aber auch die Bewegungsströme der Reisenden, die den Bahnhof als Ort der Flüchtigkeit und der Anonymität kennzeichnen, wurden hier thematisiert. Information und Zeit, Mensch und Ort, (abwesende) Stille und (undefinierbare) Geräusch(skalen), Konsum und Raum stoßen hier aufeinander und ergeben die inhomogene Mischung aus Wartenden, Ankommenden, Abreisenden, Einkaufenden und Suchenden. Von internationalen KünstlerInnen szenografisch aufgeladen wurde der Bahnhof zu einem Ort, wo Reisende zum Handeln, Sehen und Hören gleichermaßen eingeladen und damit in die Region oder in die Stadt entlassen wurden.

 

Die 46. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (14. bis 28. Juli 2012) widmeten John Cage mehrere Veranstaltungen und Projekte – schließlich hatte Cage mit seinem Besuch in Darmstadt im Jahre 1958 die Ferienkurse maßgeblich beeinflußt und zu einer grundlegenden ästhetischen Öffnung der Kunstmusik beigetragen. Diese für die Musik unserer Zeit so wichtige Position heute aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erneut zu befragen, erschien gerade vor dem Hintergrund eines vielfach ausgeprägten intermedialen Arbeitens vieler Künstler auch besonders im öffentlichen Raum relevant.

 

In Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Architektursommer, der h_da (Darmstadt), Fachbereich Innenarchitektur und der Centralstation Darmstadt.

Cage 100 (Architektursommer Rhein-Main)

 

In einer Klaginstallation konnten die Besucher 5 Podcasts über John Cage und die Ferienkurse hören, die auch online zur Verfügung stehen:

Podcasts Cage 100

 

Logo Kulturfonds Frankfurt RheinMain

CAGE 100 auf Youtube

Studio Interpretation: John Cage 0’00’'

Im Rahmen des von Marino Formenti und Pierluigi Billone geleiteten „Studios Interpretation“ ist bei den letzten Darmstädter Ferienkursen ein Projekt zu John Cages 0’00’’ entstanden, das während des Abschlusskonzerts präsentiert und jetzt online gestellt wurde. Die Initiatoren neben Marino Formenti sind Bettina Berger, Anna d’Errico, Matthias Koole, Pieter Matthyssens und Rei Nakamura. Ausgehend von Cages „Konzeptstück“ hat die Gruppe dazu aufgerufen, neue und eigene Versionen von 0’00’’ zu entwickeln und online zu stellen.