Zu den kommenden Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt (2. bis 16. August 2014) lädt das IMD junge Ensembles für Neue Musik ein, sich für die Teilnahme am Projekt boost! zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2013. mehr
14.05.13
Neuerscheinung: "New Music at Darmstadt" von Martin Iddon
In seinem neuen Buch "New Music at Darmstadt", soeben erschienen bei Cambridge University Press, beleuchtet Martin Iddon die Frühzeit der Darmstädter Ferienkurse und hat dazu in mehreren Forschungsaufenthalten Quellen aus dem Archiv des IMD ausgewertet. Iddon geht der Frage nach, wie sich trotz der sehr unterschiedlichen kompositorischen Praktiken seinerzeit das Bild von einer sogenannten "Darmstädter Schule" formen konnte. Dass der zunächst scheinbar recht kollegiale Zusammenhalt schließlich auseinander brach, stellt Iddon in den Kontext der europäischen Cage-Rezeption, die von John Cages Darmstadt-Besuch 1958 ausging.
Außerdem wurde im gleichen Verlag vor kurzem die von Martin Iddon herausgegebene und ausführlich kommentierte Korrespondenz zwischen John Cage und dem Pianisten David Tudor publiziert.
An den Entwicklungen bei den Darmstädter Ferienkursen der letzten Jahrzehnte orientiert sich die vom Ensemble Modern geplante Konzertreihe „Prisma Darmstadt“. Das saisonübergreifende Projekt geht nunmehr bereits in die fünfte Runde. Der Abend „Strom. Musik und Technik“ am 14. Mai 2013 in der Alten Oper Frankfurt zeigt vielfältige Möglichkeiten, akustische und elektronische Klänge zu kombinieren. Im Zentrum des Abends stehen Uraufführungen von Martin Matalon und Oscar Bianchi, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Als Referenzstück wird eines der frühesten Werke für Tontechnik, Luciano Berios „Différences“ erklingen. Bekannt für seine Werke mit Elektronik war auch der 2012 frühzeitig verstorbene britische Komponist Jonathan Harvey. Die Aufführung zweier seiner Werke ist auch eine Hommage an ihn. Die Leitung hat Stefan Asbury.
Dienstag 14. Mai 2013 | 20.00 Uhr | Alte Oper Frankfurt | Mozart Saal
Im Alter von 78 Jahren ist am 1. Mai 2013 die Pianistin Erika Haase in Darmstadt verstorben. Haase war als Interpretin in besonderer Weise der Musik des 20. Jahrhunderts verpflichtet. In Darmstadt geboren, studierte sie bei Hans Leygraf und erhielt wesentliche künstlerische Impulse bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik, wo sie bereits 1954 teilnahm, Kurse bei Yvonne Loriod, David Tudor und Eduard Steuermann (Foto) belegte und 1959 mit dem Kranichsteiner Musikpreis ausgezeichnet wurde. Es folgte eine umfangreiche pädagogische und solistische Tätigkeit im In- und Ausland mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen. Ab 1967 lehrte Erika Haase bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2000 als Professorin für Klavier an der Musikhochschule Hannover, wo unter anderem Ingo Metzmacher zu ihren Schülern zählte. Die CD-Einspielungen von Erika Haase wurden regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet, darunter die Klavieretüden von Franz Liszt sowie die Gesamteinspielung der Klavier- und Cembalowerke György Ligetis, mit dem sie eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit verband.
Erika Haase mit Eduard Steuermann bei den Darmstädter Ferienkursen 1960
21.04.13
Große Resonanz auf Ausschreibung Staubach Honoraria 2014
Auch in diesem Jahr gab es wieder große Resonanz auf die internationale Ausschreibung für die Staubach Honoraria: Rund 130 Bewerbungen von Komponistinnen und Komponisten aus 35 Ländern sind bis zum Bewerbungsschluss (1. April 2013) beim IMD eingegangen und werden von der Jury – bestehend aus Martin Iddon, Hans Thomalla und dem Direktor des IMD, Thomas Schäfer – begutachtet. Knapp 50 Bewerbungen konnten leider aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden.
Die Jury wird bis Mitte Juni ihre Entscheidung fällen. Anschließend werden auch die Ensembles bekannt gegeben, für die die drei Staubach-Stipendiaten neue Stücke schreiben werden. Die Uraufführungen der drei Neukompositionen werden im August 2014 bei den 47. Internationalen Ferienkursen für Neue Musik stattfinden.
Seit 2008 engagieren sich Alice und Harry Eiler über ihre gleichnamige Stiftung für die Darmstädter Ferienkurse. Nach einem Testlauf wurden 2010 die Staubach Honoraria in der heutigen Form ins Leben gerufen und bereits ein zweites Mal erfolgreich realisiert: Junge KomponistInnen werden nach einem internationalen Call von einer Jury ausgewählt und anschliessend gebeten, für eines der eingeladenen Ensembles und für die jeweils nächsten Darmstädter Ferienkurse ein neues Stück zu schreiben.
Ну да ладно, только бы не подул "Книги боевики онлайн"ветер, который отнесет нас к большому плоту!
08.03.13
Hiermit trete ich aus der Neuen Musik aus – Konferenz und Konzert in Boston
Im vergangenen Sommer präsentierte der Musikwissenschaftler und Journalist Michael Rebhahn seinen Text “Hiermit trete ich aus der Neuen Musik aus” bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt. Rebhahn spielt mit dem Titel seines Textes auf eine Postkarte von Joseph Beuys an: „Hiermit trete ich aus der Kunst aus“.
Jetzt nimmt das Music Departement der Harvard University in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Boston diesen kritischen Text von Rebhahn als Ausgangspunkt für eine Mini-Konferenz (13. bis 15. April 2013). Dabei soll nicht nur ein möglicher Rahmen für Theorie und Philosophie innerhalb eines neu entstehenden Gebiets der „Neuen Musik“ beleuchtet werden, sondern auch ein Live-Programm der neuen musikalischen Werke vorgestellt werden.
Michael Rebhahn präsentiert eine Fortsetzung seines Textes "Hiermit trete ich aus der Neuen Musik aus" im Dialog mit zwei jungen deutschen Komponisten, Johannes Kreidler und Hannes Seidl (beide führend in der Erkundung neuer Trends in einer wachsenden Gemeinschaft, die sich aktiv mit diesen Fragen auseinandersetzt), sowie dem Musik- und Kunst-Philosophen Harry Lehmann.
Als Johannes Kreidler bei den Ferienkursen 2010 seine Lecture "Musik mit Musik" (Video auf Youtube; Text erschienen in: Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik Bd. 21) hielt, war bereits eine recht kontroverse Diskussion über die Konsequenzen der digitalen Revolution für das Komponieren im Gange, die Kreidlers gleichnamiger Text aus dem Jahr 2007 angestoßen hatte. Darin und später in der Darmstadt-Lecture beschrieb der in Berlin lebende Komponist die ästhetischen Implikationen seiner Arbeitsweise mit (vorgefundenen) Soundfiles und computergestützten Kompositionsverfahren. Zur Komponisten-Generation der „digital natives“, also jene, die mit Hard- und Software aufgewachsen ist und auf vielfältige Weise digitalisierte Musik in ihren Stücken einsetzt, gehören auch Martin Schüttler, Alexander Schubert und Stefan Prins - drei von ihnen übrigens Träger des Kranichsteiner Musikpreises für Komposition: Martin Schüttler wurde 2002 ausgezeichnet, Stefan Prins 2010 und Johannes Kreidler 2012.
"Nicht Musik über Musik, sondern mit Musik" - Eine Sendung von Christoph Reimann am Dienstag, 26. Februar um 22:00 Uhr in hr2 kultur.
Там, где мужчины обмениваются выстрелами, всегда замешана юбка.
20.02.13
Otto Tomek gestorben
Mit Otto Tomek ist am 18. Februar einer der wichtigsten Protagonisten und Zeitzeugen der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg gestorben. Sein gesamtes Berufsleben über hat sich Tomek stark für die Neue Musik engagiert, zunächst bei der Universal Edition, ab 1957 als Abteilungsleiter für Neue Musik beim WDR in Köln, wo er die Konzertreihe "Musik der Zeit" betreute und dem Studio für elektronische Musik des WDR zu Epoche machenden Kompositionsaufträgen verhalf. 1971 wechselte Otto Tomek nach Baden-Baden, um als Musikchef das Erbe von Heinrich Strobel anzutreten. Dazu gehörten die Programmgestaltung der Donaueschinger Musiktage und die Gründung des Experimentalstudios der Heinrich-Strobel-Stiftung. Ab 1977 war er elf Jahre lang Hauptabteilungsleiter Musik beim Süddeutschen Rundfunk.
Seit seinem ersten Besuch der Darmstädter Ferienkurse 1954 war Tomek auch mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt eng verbunden. Sowohl als Autor zahlreicher Rundfunksendungen über die Ferienkurse als auch als Herausgeber, Redakteur und Autor des 1996 erschienenen Jubiläumsbandes "Von Kranichstein zur Gegenwart. 50 Jahre Darmstädter Ferienkurse".
Otto Tomek (links) mit Cathy Berberian und Karlheinz Stockhausen 1956 in Darmstadt
17.02.13
100. Geburtstag von René Leibowitz
René Leibowitz gehört zu den prägenden Figuren in den Anfangsjahren der Darmstädter Ferienkurse. Als Dirigent und Dozent setzte er sich vor allem für die Musik der Wiener Schule ein und vermittelte als einer der ersten Arnold Schönbergs "Methode des Komponierens mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen" in Darmstadt. Am 17. Februar jährt sich der Geburtstag von René Leibowitz zum 100. Mal.
1913 in Warschau geboren, kam Leibowitz in den 1930er Jahren in Paris mit Angehörigen des Schönberg-Kreises in Kontakt und nahm daraufhin ein intensives Studium der Partituren Schönbergs und seiner Schüler auf. Es entstanden verschiedene Texte und Bücher, die größtenteils erst nach Ende des 2. Weltkrieges veröffentlicht wurden: Schoenberg et son école (1947), Qu’est-ce que la musique de douze sons? (1948) und Introduction à la musique de douze sons (1949) gehörten zu den ersten Monographien über die Musik der Wiener Schule und besonders zur Zwölftontechnik.
In Darmstadt leitete Leibowitz 1948 die deutsche Erstaufführung von Schönbergs Klavierkonzert op. 42 mit Peter Stadlen als Solist. Es war das erste größere Zwölftonwerk im Darmstädter Programm. Seine Darmstädter Zwölftonkurse 1948 und 1949 stießen auf enorme Resonanz, Teilnehmer waren beispielsweise Hans Ulrich Engelmann, Hans Werner Henze und Bernd Alois Zimmermann. Andere junge Komponisten wie Pierre Boulez hatten bereits in Paris Unterricht bei Leibowitz genommen. Nach den Kompositionskursen von 1948 und 1949 war Leibowitz erst 1954 wieder an den Ferienkursen beteiligt, mit Vorträgen zu Weberns Spätwerk, sowie erneut 1955 mit einem Kompositionskurs.
In der NEOS-Reihe "Darmstadt Aural Documents" ist Leibowitz' Kammersymphonie für zwölf Instrumente (1946-1948) veröffentlicht, ein Mitschnitt der Uraufführung bei den Ferienkursen 1948 und von ihm selbst dirigiert:
René Leibowitz (rechts), hier mit dem Pianisten Peter Stadlen in Darmstadt
Ein Essay von Reinhard Kapp beleuchtet ausführlich Leibowitz' Wirken in Darmstadt, erschienen 1996 in der Festschrift Von Kranichstein zur Gegenwart. 50 Jahre Darmstädter Ferienkurse 1946-1996, S. 77-85:
Дара Вортингтон не "Скачать снип снип 41 01"имела ничего против повозки, запряженной волами.
Судя по всему, мы их здорово припугнули.
07.02.13
"Nothing is impossible if you spend enough time working it out"
Mit Irvine Arditti feiert heute einer der ganz großen Interpreten der Neuen Musik seinen 60. Geburtstag. Der 1953 in London geborene Geiger gründete in den 1970er Jahren das Arditti String Quartet und seither steht der Name Arditti synonym für das zeitgenössische Streichquartett. Mehrere hundert neue Werke hat die Gruppe um Primarius Irvine Arditti angeregt und uraufgeführt, stets in engem Austausch mit den Komponisten.
Auch mit Darmstadt besteht eine lange und intensive Verbindung: 1982 war er zum ersten Mal Dozent bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik, das Arditti Quartet gastierte seitdem in fast jedem Kursjahrgang. Bei den vergangenen Ferienkursen 2012 hat das Arditti Quartet fünf neue Werke junger KomponistInnen (Patricia Alessandrini, Andrew Greenwald, Steven Daverson, Samy Moussa und Evis Sammoutis) uraufgeführt, dazu spielte es das 6. Streichquartett von Brian Ferneyhough.
Eines der Konzert-Highlights von Darmstadt 2012 war außerdem Irvine Ardittis atemberaubende Aufführung der Freeman Etudes von John Cage, deren zweiter Teil ihm gewidmet ist.
Irvine Arditti bei der Aufführung der Freeman Etudes bei den Ferienkursen 2012 (Foto: Stefan Daub) und 1990 mit John Cage in Darmstadt (Foto: Manfred Melzer)
Такой разговор гораздо лучше, чем дурацкие доносы.
01.02.13
Darmstadt-Gastspiel der Curious Chamber Players auf Youtube
Die Curious Chamber Players haben Ausschnitte ihres Konzerts bei den 46. Internationalen Ferienkursen für Neue Musik 2012 auf Youtube veröffentlicht, darunter die Uraufführungen von Ashley Fure (Auftragskomposition im Rahmen der Staubach Honoraria) und Malin Bang (Stipendienpreisträgerin der Darmstädter Ferienkurse 2010).
Das IMD bindet den Reinhard-Schulz-Preis ans Institut
Das IMD freut sich, mit Beginn des Jahres 2013 den „Reinhard-Schulz-Preis für zeitgenössische Musikpublizistik“ ans Institut zu binden. 2012 wurde der Preis, der zur Förderung des musikpublizistischen Nachwuchses ins Lebens gerufen wurde, erstmals verliehen. Erster Preisträger ist der heute als Dramaturg an der Stuttgarter Oper tätige Patrick Hahn. 2014 soll der biennal verliehene Preis im Rahmen der 47. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt zum zweiten Mal vergeben werden. Die vom IMD eingeladene fünfköpfige Jury besteht aus Peter Hagmann (Juryvorsitz; Neue Zürcher Zeitung / CH), Eleonore Büning (Frankfurter Allgemeine Zeitung / D), Stefan Fricke (Hessischer Rundfunk / D), Daniel Ender (Österreichische Musikzeitschrift, der standard / A) und Bjørn Woll (FonoForum / D). Die Ausschreibung für den nächsten Reinhard-Schulz-Preis soll im September 2013 – u. a. auch auf dieser Website – veröffentlicht werden.
Das Internationale Musikinstitut Darmstadt gratuliert Brian Ferneyhough zu seinem 70. Geburtstag am 16. Januar!
Mit dem IMD und den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik ist Ferneyhough seit 1976 eng verbunden. Zunächst als Dozent für Komposition, koordinierte er in den 1980er Jahren das vom damaligen Direktor Friedrich Hommel initiierte Komponistenforum bei den Ferienkursen. Viele seiner Werke wurden in Darmstadt uraufgeführt, zuletzt das Stück Liber Scintillarum, gespielt im Juli 2012 vom ensemble recherche. Einen Überblick über Brian Ferneyhoughs vielfältige Aktivitäten bei den Darmstädter Ferienkursen 1976 bis 2012 finden Sie hier.
Neben seiner herausragenden Bedeutung als Komponist zählt Ferneyhough zu den wichtigsten Kompositionslehrern seiner Generation. Er unterrichtete Komposition u.a. an der Musikhochschule Freiburg/Breisgau, an der Civica Scuola di Musica in Mailand, am Königlichen Konservatorium Den Haag sowie an der University of California in San Diego.
Im Jahr 2007 wurde Ferneyhough mit dem Ernst von Siemens Musikpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Brian Ferneyhough bei den Ferienkursen 2008 (Foto: Günther Jockel)
Ictus & Spectra: Post-Master-Studium für zeitgenössische Musik
Seit dem akademischen Jahr 2009-2010 bietet die Musikfakultät der Universität Gent in Kooperation mit dem Genter Spectra Ensemble und dem in Brüssel beheimateten Ensemble Ictus einen neuen Post-Master-Studiengang für zeitgenössische Kammermusik an.
Dieses Aufbaustudium richtet sich an Musiker, die bereits einen Master oder einen vergleichbaren Abschluss haben und sich im Bereich der zeitgenössischen Solo- und Kammermusik weiter spezialisieren möchten. Ein spezielles Coaching wird dabei von den Mitgliedern der renommierten Ensembles Spectra und Ictus angeboten. Weiterführende theoretische und praktische Kurse können am Genter Konservatorium besucht werden.
Bis 25. März (Aufnahmeprüfung am 22. April) können sich Interessenten für das nächste akademische Jahr bewerben, das im Oktober 2013 beginnt. Weitere Informationen sind auf der Ictus Website zu finden.