eventgrafik-2016


Donnerstag, 11. August 2016 | 19:30 | Centralstation (Saal)

Tolerance Stacks

Annesley Black: tolerance stacks for five musicians (2016) (UA)


Julia Mihály (Stimme, Bandmaschinen)
Mark Lorenz Kysela (Saxophone, No-Input-Mixer)
Nikola Lutz: (Saxophone, Ideogrammophon)
Martin Lorenz (Percussion, Turntables)
Sebastian Berweck (Klavier, Bandmaschinen)

Ajtony Csaba (musikalische Leitung) 

Lutz Garmsen (Medieninstallation)
David Runge (Programmierung)

 

Weitere Aufführung am 12. August 2016.


"Unrealisierte Patente, zerfressene Kontakte, verklebte Tonbänder: Eure Stunde ist gekommen. Verworfene Instrumente in verlassenen Studios schütteln Staubschichten ab. Die Radios explodieren ihre Dioden. Die Spulentonbänder begeistern und flattern im Takt eines Trauerlieds, beklagen die Grobheit und Kurzsichtigkeit ihrer menschlichen Komplizen. Nun ist es Zeit, eingeschlafene Liebschaften mit gefährdeten Gerätschaften zu erneuern!“

 

Fünf mit Instrumenten bewaffnete Musiker (mit und ohne Strom) werden in eine von Annesley Black, dem Medienkünstler Lutz Garmsen und dem Programmierer David Runge entwickelte Umgebung gestellt, wo ihre Handlungen klangliche und optische Echos der Vergangenheit erzeugen. Es entsteht ein Beziehungsgeflecht mit Bezügen zu veralteter Technologie, oder zu Geräten, die aufgrund ihrer Nichterfüllung aktueller Standards als defekt bezeichnet wurden. Objekte und Künstler begeben sich auf eine Expedition, deren Weg zwischen komponiertes Material – geltende Einschränkungen werden befolgt und auch zurückgewiesen – und Abweichungsgraden führt, bis hin zu Improvisationen auf Grundlage von Auslösungsprinzipien und einer schwankenden Toleranz von Anomalien.

 

"Spulentonbänder, Turntables, No-Input-Mixer, robotische Medieninstallationen, Film, Licht und akustische Instrumente vereinigen sich, um einmalige Momente zu erschaffen, die auf unsentimentale Weise das feiern, was stirbt und nicht rekonstruierbar ist. tolerance stacks ist ein Akt des Widerstands gegen die Reduktion einzigartiger und unvorhersehbarer Sinneserfahrungen auf eine vorgefasste parametrische Abstraktion."

Annesley Black

 

Ausgangspunkt von Annesley Blacks Live-Installation waren ihre Forschungen über den Komponisten Hermann Heiß (1897-1966) und sein 1957 in Darmstadt gegründetes elektronisches Studio. Es war eines der ersten privaten elektronischen Studios in Deutschland und Hermann Heiß als Dozent für Komposition und Komponist elektronischer Werke eine wichtige Figur in der Frühzeit der Darmstädter Ferienkurse. Sein später der Akademie für Tonkunst in Darmstadt angegliedertes Elektronische Studio versammelte zum großen Teil technische Geräte, die oft nach seinen Vorschlägen modifiziert und von renommierten Elektronikfirmen für ihn angefertigt wurden. Elektronische Geräte zum Studioverbund zusammenzuschließen um elektronische Musik zu komponieren, zu produzieren und zu reproduzieren wurde in den 50er Jahren gerade erst entwickelt und oft genug entstanden die Ergebnisse eher aus einem Experimentierprozess als zielgerichtet. Diesen unkalkulierbaren Aspekt greift die Arbeit von Annesley Black auf.

Ausverkauft, evtl. Restkarten an der Abendkasse
Centralstation


Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes


Biographien
Black, Annesley
Mihály, Julia
Kysela, Mark Lorenz
Lorenz, Martin
Lutz, Nikola
Csaba, Ajtony
Garmsen, Lutz
Berweck, Sebastian
Runge, David